Am 01.07.2026 fand ein tierschutzwidriges "Verbrechen"

an meinen Tigern statt!

 

 Sechs Tiger: 

 "Wissentlicher Diebstahl" und 

 ein zerstörtes Lebenswerk.

 

Innerhalb weniger Stunden wurde mein Leben auseinandergerissen. Sechs meiner Tiger wurden aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und von mir getrennt. Tiere, die ich seit ihrer Geburt begleitet, gemeinsam mit ihrer Mutter Saphira aufgezogen und über viele Jahre mit Liebe, Hingabe und Verantwortung umsorgt habe.

 

Für viele Menschen sind es "nur Tiere". Für mich sind sie seit Jahrzehnten meine Familie, mein Lebenswerk und ein Teil meines Herzens. Man hat mir das Liebste genommen. Sechs unschuldige Lebewesen, die mir ihr ganzes Vertrauen geschenkt haben.

 

Meine Tiger wurden im Morgengrauen aus ihrem Schlaf gerissen und voneinander getrennt. Plötzlich waren sie von fremden Menschen, Fahrzeugen und einer für sie völlig unbekannten Ausnahmesituation umgeben. Als die Tierärzte mit ihren Betäubungsgewehren an die Innenanlagen traten, konnten meine Tiger der bedrohlichen Situation nicht ausweichen. Ich musste mit anhören, wie meine Tiere aus Angst und Panik schrien, während ich ihnen nicht helfen, sie nicht beruhigen und ihnen als ihre vertraute Bezugsperson nicht beistehen durfte. Dieses Bild, diese Schreie und dieses Gefühl grenzenloser Hilflosigkeit werden mich mein Leben lang begleiten.

 

Nach meiner tiefen Überzeugung ist meinen Tieren und mir schweres Unrecht widerfahren. Was geschehen ist, empfinde ich als ein grausames Verbrechen an meinen Tieren, an meinem Lebenswerk und an meiner Existenz.

 

Mit der Wegnahme meiner Tiger ohne rechtliche Grundlage verlor ich mein rechtmäßiges Eigentum und damit einen unwiederbringlichen Großteil meines Lebens. Diesen Verlust kann niemand rückgängig machen. Er hat eine tief schmerzliche Wunde hinterlassen, die mit Worten nicht zu beschreiben ist.

 

Die unverhältnismäßige Wegnahme meiner Tiger erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Ereignisse rund um meinen Tiger Sandokan sowie die Verletzung eines Helfers noch nicht abschließend aufgeklärt waren und weiterhin Gegenstand rechtlicher Verfahren sowie laufender Ermittlungen sind. Dennoch wurde ich bereits öffentlich vielfach für diese Ereignisse verantwortlich gemacht. Nach meiner Überzeugung wird dadurch der Grundsatz der Unschuldsvermutung missachtet.

 

Ich weise entschieden zurück, mein Tiger sei aufgrund von Sicherheitsmängeln meiner Haltung ausgebrochen. Nach meiner Überzeugung bestanden keine Sicherheitsmängel an meiner Anlage. Ich kenne jedes Detail meiner Haltungsanlagen. Nach meinem Kenntnisstand wurden mehrere Schieber und Türen geöffnet. Die weiteren Umstände werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Deshalb bitte ich darum, diese Ermittlungen und die laufenden Verfahren abzuwarten und vorschnelle Schuldzuweisungen an mich zu unterlassen.

 

Am 1. Juli wurden meine jungen Tiger ihrer Mutter Saphira entrissen, voneinander getrennt, tierärztlich narkotisiert, einzeln in Transportkisten verbracht und auf eine mehr als 2.500 Kilometer lange Reise nach Spanien geschickt. Ohne ihre vertraute Familie und ohne mich als ihre Bezugsperson.

 

Gerade bei Tieren, die sich in Angst und Panik befinden, halte ich eine möglichst stressarme Vorbereitung und behutsame Gewöhnung an Transportkisten für besonders wichtig. Stattdessen wurden meine Jungtiere aus ihrem vertrauten Umfeld in eine für sie völlig fremde Ausnahmesituation gerissen. Besonders große Sorgen bereitet mir, welche Auswirkungen diese außergewöhnliche Stresssituation in Verbindung mit der Narkose auf meine Tiger gehabt haben könnte.

 

Hinzu kommt die mehr als 2.500 Kilometer lange Reise nach Spanien, in ein Land mit über lange Zeit hohen Temperaturen und einem Klima, das sich erheblich von der gewohnten Umgebung meiner halb sibirischen Tiger unterscheidet. Ebenso beschäftigt mich die Frage, wie unter diesen außergewöhnlichen Umständen die Versorgung mit Wasser, Futter und die notwendige Betreuung während des Transports sichergestellt werden konnte. 

 

Was mich am meisten zerreißt, ist die Gewissheit, dass ich meine Tiger nicht mehr beschützen kann. Es fühlt sich an, als hätte man mir mein Herz lebendig aus dem Leib gerissen und mir den Boden unter den Füßen weggezogen.

 

Seit mehr als 30 Jahren habe ich mein Leben meinen Tigern gewidmet. Als ihre liebevolle Pflegerin, Trainerin und tägliche Bezugsperson kenne ich jeden einzelnen von ihnen, ihre Eigenheiten, ihre Ängste, ihre Vorlieben und ihre Bedürfnisse. Ich habe sie an 365 Tagen im Jahr begleitet, sie täglich versorgt, mit ihnen gearbeitet und sie beschäftigt. Dieses Vertrauen ist über viele Jahre gewachsen und lässt sich nicht einfach ersetzen.

 

Für mich bedeutet artgerechte Haltung weit mehr als Quadratmeter oder Gehegegrößen. Sie besteht aus täglicher Beschäftigung, Vertrauen, Abwechslung, Sicherheit und einer engen Mensch-Tier-Beziehung. Über viele Jahre war ich für meine Tiger ihre vertraute Bezugsperson, ihr Schutz und ihre Sicherheit. Dass ich sie nun nicht mehr beschützen darf, gehört zu dem Schlimmsten, was ich jemals erleben musste.

 

Ich dementiere die Unterstellung, dass ich heute noch klassische Tigerdressuren oder Zirkusvorführungen durchführen würde. Ich habe mich seit 10 Jahren freiwillig aus der Zirkusbranche zurückgezogen. Seither standen für mich die verantwortungsvolle Haltung meiner Tiger sowie die Vermittlung von Wissen über diese faszinierenden Tiere im Mittelpunkt. Meine Veranstaltungen dienten der Aufklärung, Information und dem respektvollen Verständnis für Tiger, nicht der Fortführung einer klassischen Zirkustätigkeit.

 

Ebenfalls werden gegen meine Tigerhaltung "gezielte" Falschbehauptungen und Anschuldigungen erhoben. Diese haltlosen Darstellungen weise ich entschieden zurück. Sie vermitteln ein Bild, das meiner jahrzehntelangen Arbeit, meinem Fachwissen und meinem verantwortungsvollen Umgang mit meinen Tigern nicht gerecht wird.

 

Persönliche Diffamierungen, Beleidigungen, Hasskommentare und Drohungen überschreiten jede Grenze eines respektvollen Miteinanders. Kritik ist legitim, gezielte Herabwürdigung eines Menschen jedoch nicht. Ich wünsche mir, dass Diskussionen wieder von Sachlichkeit, Respekt und einem fairen Umgang miteinander geprägt werden.

 

Meine Tiger mussten auf nichts verzichten. Sie verfügten über strukturierte Innen- und Außenanlagen mit unterschiedlichen Bodenbereichen, erhöhten Liege- und Ruheplätzen, Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, Kletter- und Beschäftigungselementen, Spielmaterial sowie jederzeit frischem Wasser und Bademöglichkeiten. Für mich bedeutet artgerechte Haltung weit mehr als Quadratmeter. Sie bedeutet tägliche Fürsorge, Beschäftigung, Vertrauen und eine enge Tier-Mensch-Beziehung.

 

Ebenso wichtig wie die Ausstattung war für mich die tägliche Betreuung. Meine Tiger wurden nicht einfach gehalten, sie wurden jeden Tag versorgt, abwechslungsreich beschäftigt und beobachtet. Ich verbrachte an 365 Tagen im Jahr unzählige Stunden mit ihnen, arbeitete mit ihnen, förderte sie und kümmerte mich um jedes einzelne Tier.

 

Diese Einschätzung entspricht auch dem Gutachten einer unabhängigen und renommierten Wildtierexpertin. Darin wurden meine Tiger als gesund und in einem guten Pflege- und Ernährungszustand beschrieben. Auch die Haltung und Betreuung wurden fachlich positiv bewertet.

 

Meine Tiger sind in stabilen Familien- und Gruppenstrukturen aufgewachsen. Diese gewachsenen sozialen Bindungen waren ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Die Trennung dieser vertrauten Gemeinschaft erfüllt mich mit großer Sorge, denn nach meiner Erfahrung spielen solche Bindungen für das Wohlbefinden der Tiere eine wichtige Rolle.

 

Auch die beiden Tiger, die bei mir zurückgeblieben sind, zeigen nach meiner Wahrnehmung deutlich, wie tiefgreifend diese Ereignisse für sie sind. Nach dem Verlust von Sandokan und der Wegnahme ihrer Familienmitglieder hat sich ihr Verhalten aus meiner Sicht deutlich verändert. Das zu erleben, schmerzt mich jeden Tag aufs Neue.

 

Besonders schwer trifft mich der Gedanke an Imana. Innerhalb kürzester Zeit hat sie ihren Vater Sandokan verloren und wurde nun auch noch von ihrer Mutter Saphira getrennt. Unabhängig davon, wie ihre ersten Lebenstage verliefen, war Saphira ein wichtiger Teil ihres Lebens. Nun wurde auch diese Bindung zerrissen.

 

Gerade deshalb fällt es mir schwer nachzuvollziehen, wie dieses Vorgehen dem Wohl meiner Tiere gedient haben soll. Aus meiner Sicht wurden über viele Jahre gewachsene Bindungen und soziale Strukturen zerstört, die für das Leben und das Wohlbefinden meiner Tiere von großer Bedeutung waren.

 

Ebenso weise ich die Behauptung entschieden zurück, ich hätte nichts unternommen, um die Haltungsbedingungen meiner Tiger weiterzuentwickeln. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe die Anlagen fortlaufend angepasst und erweitert und nach meiner Überzeugung umgesetzt. Dabei ist aus meiner Sicht zu berücksichtigen, dass das Säugetiergutachten eine fachliche Richtlinie und kein Gesetz ist.

 

Nach mehr als 30 Jahren täglicher Arbeit mit Tigern habe ich gelernt, ihre Körpersprache, ihr Sozialverhalten und ihre Bedürfnisse genau zu beobachten. Tierwohl lässt sich nicht an menschlichen Vorstellungen messen, sondern daran, ob die natürlichen Bedürfnisse eines Tieres erfüllt werden, ob es sich sicher fühlt, frisst, spielt, ruht und seine sozialen Bindungen leben kann. Genau darauf habe ich mein gesamtes Leben größten Wert gelegt.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Wegnahme meiner Tiger für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe über viele Jahre Zeit, Arbeit, Herzblut und erhebliche finanzielle Mittel investiert, um meinen Tieren eine sichere, strukturierte und artgerechte Umgebung zu schaffen.

 

Ich stehe noch immer unter Schock. Der Verlust meiner Jungtiere und diese brutale, hinterhältige Wegnahme aus meinem Leben sind für mich kaum zu begreifen. Mein Herz schmerzt, blutet und ist zerrissen.

 

Den beiden geliebten Tigern, die mir geblieben sind, kann ich nicht erklären, was Menschen uns angetan haben. Aber ich kann für sie da sein. Ich kann sie in meine Arme schließen, ihre Pfoten streicheln, sie beruhigen, ihnen Sicherheit geben und ihnen jeden Tag aufs Neue zeigen, dass sie geliebt werden. Diese Liebe hat mein ganzes Leben getragen und sie wird auch jetzt nicht enden.

 

Meine größte Hoffnung ist, dass wenigstens sie bei mir bleiben dürfen und nie das erleben müssen, was ihren Geschwistern widerfahren ist. Diese Wegnahme war TIERSCHUTZWIDRIG! 

 

Solange ich lebe, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um sie zu schützen, für sie da zu sein und ihnen die Geborgenheit zu schenken, die sie verdienen.

 

Ich werde weiterkämpfen für meine Tiger, für die Wahrheit und für die Aufarbeitung dessen, was ich als grausames Verbrechen an meinen Tieren, meinem Lebenswerk und meiner Existenz empfinde.